Karfreitag im Kaasgraben
Das Thema der Karfreitagsliturgie im Kaasgraben am 3. April 2026 lautete: „Gott zieht es durch“. Dazu predigte Pater Sebastian Leitner OSFS Folgendes:
Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendliche
Gott zieht das durch. Vow.
Mein erster Gedanke heute gilt einem guten Freund. Er kämpft mit seinem Blut.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein zweiter Gedanke gilt seiner Frau. Sie ist liebevoll präsent.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein dritter Gedanke gilt all jenen, die an Gott verzweifeln, obwohl Gott nichts dafür kann. Gott ist kein „Ich hau dir ein Hackel rein – Gott“. Gott ist ein „Ich bin da Gott“ und ein „Ich bleib da Gott.“
Gott zieht das durch. Vow.
Mein vierter Gedanke gilt allen Opfern von Gewalt und Krieg und Missbrauch und Schamlosigkeit. Sie mögen Kraft aus einem Gott schöpfen, der mit-leidet, mit-stirbt, mit-blutet, mit-ausgenützt wird.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein fünfter Gedanke gilt meinem Freund Marcel, mit dem ich lachen kann, weil er „da“ und „dort“ anders verwendet als ich. Gott ist „da“ und „dort“. Für Gott haben Sprachbarrieren und Grenzen gar keine Bedeutung. Für Gott haben Altersunterschiede keine Bedeutung. Für Gott zählt nur seine Liebe für dich. Und dich. Da und dort.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein sechster Gedanke gilt den Unversöhnlichen, den Hardlinern, denen, die nicht über ihren Schatten springen können, den Kopflastigen, denen, die sich nicht lieben lassen können, oder wollen, denen, die die Würde eines einzigen anderen Menschen nichts bedeutet. Für Gott ist jede und jeder wichtig.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein siebter Gedanke gilt den Kunstschaffenden. Sie offenbaren ihr Inneres um ins Nachdenken zu kommen, um unterwegs zu bleiben. Gott genießt die Glaubende, den Hoffenden, die Fragende, den Suchenden, die Findende.
Gott zieht das durch. Vow.
Mein letzter Gedanke nimmt alle anderen mit in das heutige Geschehen: die Witwe, den Sturkopf, die Geliebte, der Gefangene, die Klerikale, der Komplizierte, die Mitdenkende, der Oberflächliche, die Stille, der Marktschreier, die Mutter, der Großvater, die Winzerin, der Schönheitschirurg, den Gottverlassenen, die Fromme, jede und jeden.
Gott zieht das durch. Gestern. Heute. Morgen. Karfreitag tut weh. Karfreitag ist wohltuend.
So ist Gott. Liebe bis zum Ende. Das Kreuz ist da, aber es ist nicht das Ende. Gottes Liebe endet nicht. Amen.
Fotos: Sebastian Leitner OSFS












