Gründonnerstag in der Krim

Die Teilgemeinde Krim gestaltete die Feier des letzten Abendmahles am Gründonnerstag, 2. April 2026, als Familienmesse mit anschließender Agape. Das Thema lautete: „Hier fängt Zukunft an“.

Beim Abdecken des Altares am Schlusss der Heiligen Messe sagte Zelebrant Pfarrer Pater Thomas Vanek OSFS:

„Liebe Gemeinde, wir kommen nun zum wohl schwersten Moment dieses Abends. Nach dem festlichen Abendmahl folgt der Weg in die Nacht. Wir räumen den Altar leer – so wie Jesus in dieser Nacht alles genommen wurde: seine Freunde, seine Kleider, seine Würde und schließlich fast sein Gottvertrauen. Während der Altar nun Stück für Stück kahl und bloß wird, beten wir die Worte, die Jesus selbst am Kreuz geschrien hat. Es ist der Schrei nach Gott in tiefster Verzweiflung. Wir laden Sie ein, diesen Weg in die Stille und die Dunkelheit mitzugehen.“

Psalm 22 in modernen Worten
V: Gott, mein Gott, wo bist du? Warum hast du mich allein gelassen? Ich schreie um Hilfe, aber du scheinst meilenweit weg zu sein. Den ganzen Tag rufe ich deinen Namen, doch es kommt keine Antwort. In der Nacht finde ich keine Ruhe, nur dieses Schweigen.
Alle: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
V: Ich komme mir nicht mehr vor wie ein Mensch. Die Leute schauen auf mich herab, sie tuscheln hinter meinem Rücken. Sie lachen mich aus und sagen: „Soll er doch seinen Gott rufen! Wenn Gott ihn so liebt, wird er ihm schon helfen.“
Alle: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
V: Meine Kraft ist am Ende, sie ist verflossen wie verschüttetes Wasser. Mein Herz ist wie Wachs, es schmilzt in meiner Brust vor Angst. Ich bin innerlich ausgetrocknet, meine Kehle brennt. Ich liege im Staub, als wäre ich schon längst tot.
Alle: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
V: Sie umringen mich wie hungrige Hunde, die mich jagen. Sie starren mich an und weiden sich an meinem Elend. Sie nehmen mir alles, was ich besitze, und teilen es unter sich auf. Du aber, Gott, bleib nicht fern! Du bist meine einzige Stärke. Komm mir zu Hilfe – jetzt!
Alle: Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Fotos: Veronika Kleibel

Fotos: Walter Zahel