Trauernde trösten

Begräbnisleiterin Elisabeth Schrott informiert über das „Team Trauerpastoral“ der Pfarre Franz von Sales

Eine Aufgabe der katholischen Kirche – also unsere – ist es, Trauernde zu trösten und zu begleiten. In der Pfarre Franz von Sales kümmern wir uns vor allem im „Team Trauerpastoral“ diesem wichtigen Anliegen, das seit biblischer Zeit zu den „Werken der Barmherzigkeit“ zählt.

Das Trauergespräch vor dem Begräbnis

Seit 2014 bin ich Begräbnisleiterin und habe die Möglichkeit, zum Gelingen eines Trauer-Gottesdienstes beizutragen. Beim Vorgespräch komme ich den Angehörigen näher und erfahre die Umstände des Todes sowie die Zusammenhänge der Familiengeschichte. Mein Bemühen ist es, gemeinsam mit den Angehörigen eine Trauerfeier zu gestalten, so wie sie es benötigen und für sie gut ist. Also gehe ich voll und ganz auf deren Wünsche ein und bringe meine Überzeugung von Gott und seiner Liebe zum Ausdruck, dass er auferstanden ist und wir an die Ewigkeit glauben dürfen.

Eine Frau als Begräbnisleiterin?

Obwohl es in der Erzdiözese Wien seit Jahren Begräbnisleiterinnen gibt, ist es für viele immer noch überraschend, dass eine Frau der Trauerfeier vorsteht. Freilich mache ich dabei Erfahrungen, die auch sehr heiter sein können. So fragte mich einmal ein älterer Mann bei einem Begräbnis, ob ich denn eine Diakonin sei. Als ich verneinte, meinte er: „Doch sie werden es noch!“ Ähnliche Reaktionen sind für mich oft hör- und bemerkbar, wenn ich als Frau mit einer Kreuzträgerin oder einem Kreuzträger die Aussegnungshalle betrete. Obwohl die Trauergäste vorinformiert sind, da ich ja nur nach Rückfrage bei den Angehörigen als Frau für die Leitung eines Begräbnisses angenommen werde, ist nicht selten ein Erstaunen oder ein Raunen zu vernehmen, oft mit der Bemerkung: „Aber die/der Verstorbene ist doch nicht aus der Kirche ausgetreten!“ Wenn Diakone katholische Begräbnisse halten, sind diese für die Teilnehmenden kaum von einem Priester zu unterscheiden, bei mir als Frau ist das jedoch anders. So erkläre ich gleich am Beginn, dass ich eine von der katholischen Kirche beauftragte Begräbnisleiterin bin, und man somit an mir erkennen darf, dass auch in der katholischen Kirche Veränderungen stattfinden.

Das Pfarr-Requiem

Am Ende eines jeden Monats feiern wir in der Pfarre Franz von Sales für alle Verstorbenen, die in diesem Monat beerdigt wurden, zusammen mit der Pfarrgemeinde ein Requiem. Es ist der nächste Schritt der Begleitung der Trauernden.

Am Beginn des Requiems wird dabei von den Angehörigen eine Kerze mit dem Namen der Verstorbenen an der Osterkerze, dem Symbol für den auferstandenen Jesus Christus, angezündet und auf den Altar gestellt. Dabei wird jeweils der Name der oder des Verstorbenen vorgelesen. Auf diese Weise werden die Trauernden persönlich in die Feier des Gottesdienstes mit hineingenommen. Gleiches gilt für das ausgeteilte Gebetsbildchen mit einem Gebet für die Verstorbenen, das anstelle der Fürbitten gemeinsam gebetet wird. Die Kerze und das Gebetsbildchen dürfen nach dem Requiem als Erinnerung mitgenommen werden.

So wie wir vom „Team Trauerpastoral“ die Leute persönlich begrüßen und empfangen, werden sie nach dem Gottesdienst zu einer einfachen Agape eingeladen, wo persönliche Gespräche möglich sind. Die Rückmeldungen diesbezüglich sind durchwegs anerkennend.

Gedenkort für die Verstorbenen

In den Kirchen unserer Teilgemeinden in Glanzing und in der Krim gibt es eigene Gedenkorte für die Verstorbenen der Pfarrgemeinde. Dort sind die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres sichtbar und somit bei allen Gottesdiensten präsent. Ein Wort des heiligen Franz von Sales, dem Schutzpatron unserer Pfarre, spendet an diesen Gedenkorten den Trauernden Hoffnung über den Tod hinaus: „Die Liebe Gottes zerstört nicht, sie vollendet.“

Weitere Aktionen

Das „Team Trauerpastoral“ trifft sich etwa alle drei Monate. Dabei wird nicht nur über die Gestaltung des monatlichen Pfarr-Requiems gesprochen, sondern auch über weitere Aktionen für Trauernde nachgedacht: z.B. die Gestaltung von Allerheiligen und Allerseelen, Gräbersegnung auf dem Döblinger Friedhof, Informationsveranstaltungen zum Thema „Tod und Trauer“ oder besinnliche Besuche von besonderen Friedhöfen in Wien und anderes mehr. Auch wenn die Themen Tod und Trauer in der Gesellschaft oft zur Seite geschoben werden, bringen wir sie auf unterschiedliche Weise immer wieder in die Pfarrseelsorge ein.

Elisabeth Schrott, Begräbnisleiterin