Radiomesse im Kaasgraben

Am Sonntag, 20. September 2020, wurde die Heilige Messe in der Kirche Maria Schmerzen der Teilgemeinde Kaasgraben/Pfarre Franz von Sales vom ORF Ö2 übertragen. Hauptzelebrant war Pfarrer Pater Thomas Mühlberger OSFS. Musikalisch gestaltet wurde die Heilige Messe mit klassischen und modernen Kirchenliedern vom Frauenensemble Pure Voices, dem Kantor Juraj Kuchar und von Gerhard Rehor an der Orgel. In ihrer Begrüßung betonte die Vorsitzende des Gemeindeausschusses Kaasgraben Katalin Haunold-Vatai: “Mitten unter den Gotteslästerungen, den Schmerzen und Todesnöten blieb Maria stark in der Liebe. So hat sie unser Pfarrpatron, der heilige Franz von Sales, einmal beschrieben. Liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Pfarrgemeinde, feiern wir gemeinsam den Gottesdienst, lassen wir uns vom heutigen Evangelium und von der wunderschön gelegenen Kaasgrabenkirche in den Weinberg des Herrn versetzen.” In seiner Predigt stellte Pater Thomas Mühlberger OSFS vor allem die Barmherzigkeit Gottes in den Mittelpunkt, die Jesus durch sein Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg offenbarte und auch vom heiligen Franz von Sales, dem Patron der Pfarre Franz von Sales, durch sein persönliches Lebensbeispiel und in seiner Lehre verkündet wurde. Im Anschluss an die Heilige Messe standen Pfarrer Pater Thomas Mühlberger OSFS und die Vorsitzende des Gemeindeausschusses Katalin Haunold-Vatai telefonisch den Hörerinnen und Hörern für Gespräche zur Verfügung.

Die Heilige Messe aus dem Kaasgraben kann man weiterhin im Internet anhören:

Fotos: Anton Richter

Glanzinger Kirchensanierung geht zügig voran

Die Sanierung der Glanzinger Kirche läuft auf Hochtouren: Reinigung der Wände, Abdichtung der Fenster, Licht, Elektrik, Fußboden usw. Hier sind einige fotografische Eindrücke von den Sanierungsarbeiten.

Fotos: Günter Eckel

Fotos: Anton Richter

Pfarrblatt 03/2020

WAS NEHME ICH MIT?

Das Hirtenwort der österreichischen Bischöfe „Für eine geistvoll erneuerte Normalität“
enthält wertvolle Impulse für die Zeit während und nach den durch Corona bedingten Einschränkungen.

Hier ein paar Auszüge, die dazu anregen können, das gesamte Dokument zu lesen:

Dankbarkeit

„Nichts ist selbstverständlich! Davon überzeugt, laden wir … zu einer ‚Spiritualität der Dankbarkeit‘ ein. Mit dem Danken bekommt das Leben eine neue Qualität … Dankbarkeit ist der Königsweg zu Gott.“

Versöhnung

„Wie viel … Lebenskraft … geht doch verloren, wenn die Altlasten von Schuld, Kränkung und Verbitterung nicht abgebaut werden? Nur Versöhnung schafft neue Lebensqualität … Ein versöhnter Mensch lebt gelassener und fröhlicher.“

Nächstenliebe

„Nächstenliebe ist ein Dauerauftrag … und zugleich ein politischer Akt. Es braucht Regulierungen …, die verhindern, dass immer mehr Bedürftige an den Wegrändern einer wohlhabenden Gesellschaft ums Überleben kämpfen müssen.“

Wirtschaft

„Konsum ja, aber mit Maß und Ziel. Das heillose Immer-Mehr zerstört das Leben. Ganz entschieden ist zu fragen, mit welchen Investitionsimpulsen … eine … menschlich und ökologisch verantwortbare Wirtschaft angekurbelt werden könnte … Eine lebendige, florierende Wirtschaft muss keine maßlos wachsende Wirtschaft sein.“

Freude

„Freude stellt sich in erster Linie dann ein, wenn Menschen … ihr Herz für die berechtigten Bedürfnisse ihrer Nächsten weiten. Freude ist ein unersetzbares Frischwasser … Sie inspiriert zu kreativen Lösungsansätzen und … bewahrt vor Verbitterung und Ungeduld.“

Glaube

„Christlicher Glaube wischt keine Probleme weg, verleiht aber eine unerwartete Trotzdem-Kraft … Wer glaubt, lebt von Gottes Zusage, immer neu beginnen zu dürfen … Das Herzstück des Glaubens, die tragende Mitte, ist eine lebendige Beziehung zu Gott.“

Der gesamte Text des Hirtenwortes steht auf unserer Internetseite als PDF-Download zur Verfügung:

P. Herbert Winklehner OSFS

Kunst hinterm Vorhang im Kaasgraben

Kamerakünstler Mag. Reinhard Prestl

Am Sonntag, 6. September 2020, wurde in der Kaasgrabenkirche im Rahmen der Sonntagsmesse ein weiteres Mal “Kunst hinterm Vorhang” präsentiert. Der Wiener Kamerakünstler Mag. Reinhard Prestl stellt in den nächsten Wochen in der Kirche eine Reihe seiner Werke aus. In seiner Predigt sagte dazu Pater Sebastian Leitner OSFS: “Herr Prestl geht mit seiner Kamera durch seine nähere Umgebung und hält mit der Kamera Spiegelungen, Lichtbrechungen, Farbspiele, Augenblicke fest, die für ihn nicht nur einfach schön sind, sondern auch Zugänge in das Göttliche, Augenblicke der Seele.”

Den vollen Wortlaut der Predigt findet man hier:

Den Augenblick Gottes entdecken

Predigt von Pater Sebastian Leitner OSFS zur Ausstellung “Kunst hinterm Vorhang”

Erste Lesung: Ezechiel 33,7-9; Zweite Lesung: Römer 13,8-10; Evangelium: Matthäus 18,15-20

Gebet um eine Kultur der Aufmerksamkeit

Herr, es kommt weniger darauf an,
an einem Tag etwas Großes zu tun,
als an vielen kleinen Tagen
viele kleine Dinge gut zu tun.
Darum hilf mir
in der täglichen Einübung
einer Kultur der Aufmerksamkeit,
der Versöhnung und des Wohlwollens.
Lass mich einfach menschlicher werden,
um christlicher zu werden.

Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendliche

Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass wir dank Mag. Reinhard Prestl, einem Wiener Kamerakünstler, der auch heute anwesend ist, eine Neuauflage von Kunst hinterm Vorhang erleben dürfen.

Als wir am Donnerstag noch einmal gemeinsam seine Werke im Kirchenraum angeschaut haben, hat er mir auf seinem Handy sein neuestes Werk gezeigt. Es sah aus wie ein weißes japanisches Schriftzeichen auf einem roten Hintergrund.

Sie alle können es nachher anschauen, es ist ein stark vergrößerter Minimalausschnitt von diesem roten Tisch am Seiteneingang. Herr Prestl entdeckt in einem Kratzer auf einem Tisch die Schönheit des Details, und lädt mit seinen Werken zu solchen Augenblicken ein.

Die Arbeit des Künstlers, der übrigens ein treuer Kirchgänger und Pfarrblattausträger in seiner Gemeinde ist, inspiriert mich, meine eigene Aufmerksamkeit für das zu schärfen, was jede und jeder von uns, oft unbedacht, übersieht. Herr Prestl geht mit seiner Kamera durch seine nähere Umgebung und hält mit der Kamera Spiegelungen, Lichtbrechungen, Farbspiele, Augenblicke fest, die für ihn nicht nur einfach schön sind, sondern auch Zugänge in das Göttliche, Augenblicke der Seele.

Es sind diese göttlichen Augenblicke, die auch in den Schriftlesungen heute thematisiert werden, und die uns, als Pfarre Franz von Sales auch ans Herz gelegt sind.

Denn salesianische Spiritualität wird gelungen gelebt, wenn es uns nur gelingt, in den kleinsten Augenblicken unseres Lebens, den Gott unseres Alltags wahrzunehmen.

Ein Augenblick aus der ersten Lesung

„Du Menschensohn, ich habe dich dem Haus Israel als Wächter gegeben; wenn du ein Wort aus meinem Mund hörst, musst du sie vor mir warnen.“ – Das Wohl des andern im Blick haben.

Ein Augenblick aus der zweiten Lesung

„Niemandem bleibt etwas schuldig, außer der gegenseitigen Liebe!“ – Begegnungen Wärme schenken.

Ein Augenblick aus dem Evangelium

„Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!“ –

Immer wieder den ersten Schritt zum Gespräch machen.

Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendliche.

Wir definieren uns selbst gerne über große Errungenschaften und Leistungen, Erfolge und Meilensteine unseres Lebens.

Salesianische Spiritualität aber, die wir ja auch als Pfarrgemeinde vertiefen wollen, verweist uns auf eine Kultur der Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge des Lebens, die den großen Unterschied ausmachen: das Zugehen auf den Nächsten, das „Um Verzeihung bitten“, das unscheinbare Lächeln, das Rücksicht nehmen auf den anderen, das unscheinbare Zurechtweisen, das Vergeben im Stillen, das Wahrnehmen des Schönen im Detail, die menschliche Wärme, die wir verbreiten. Das genügt. Es sind Augenblicke Gottes.

Darum freut mich diese Ausstellung ganz besonders. Sie lädt uns ein unseren salesianischen Blick zu schärfen, für die Details und Augenblicke und Schönheiten und Kleinigkeiten des Lebens, die den Unterschied ausmachen.

Danke, wo sie sich auf den Weg machen, dem Kleinen und Unscheinbaren Bedeutung zu verleihen. Danke, wo es Ihnen in Ihrem Umfeld gelingt, eine Kultur der Aufmerksamkeit zu leben. Danke, wo es Ihnen gelingt, anderen Einblick in die Bedeutung göttlicher Augenblicke zu geben.

Ein Letztes. Ich biete den Künstlern immer wieder auch den Altarraum an, um das eine oder andere Werk zu positionieren. Mag. Prestl wollte das nicht. Vielleicht auch deshalb, weil dort schon der wichtigste Augenblick Gottes festgehalten ist. Das goldene Kreuz, der Augenblick in dem Gott stirbt, um allen das Leben auf ewig zu ermöglichen. An diesen menschlichen Gott wenden wir uns, wenn wir zu ihm beten:

Herr, es kommt weniger darauf an,
an einem Tag etwas Großes zu tun,
als an vielen kleinen Tagen
viele kleine Dinge gut zu tun.
Darum hilf mir
in der täglichen Einübung
einer Kultur der Aufmerksamkeit,
der Versöhnung und des Wohlwollens.
Lass mich einfach menschlicher werden,
um christlicher zu werden.

Amen.

Pater Sebastian Leitner OSFS, Sonntag 6. September 2020, Kirche Kaasgraben

Fotos von der Heiligen Messe und der Ausstellung finden Sie hier: