Mittendrin – Alltag einer Therapeutin

Physiotherapeutin Elisabeth Trost

Die Döblinger Physiotherapeutin Elisabeth Trost über Beruf, Familie, Wohnungsrenovierung und Pfarre

Mitten in der stärksten Zeit der Omikron-Pandemie sprechen wir mit Elisabeth Trost. Sie ist Physiotherapeutin und daher auch unmittelbar bei Personen, die sich behandeln lassen müssen. Wie kann man in diesen schwierigen Zeiten, Arbeit, Familie, kirchliche Tätigkeiten und Freizeit unter einen Hut bringen? Die Antworten darauf wollen wir im Gespräch mit ihr erfahren.

MITEINANDER: Sie sind in Wien aufgewachsen?
Fr. Trost: Ja, ich bin hier in Döbling aufgewachsen und habe auch meine Schulzeit hier verlebt. Ich fühle mich hier sehr geborgen; es ist wie in einem Dorf – man kennt viele Leute, man trifft sich beim Einkaufen oder in der Kirche, grüßt sich, plaudert etwas – das ist mir wichtig und das ganze Leben bisher so geblieben.

MITEINANDER: Und wie sind Sie zur Physiotherapie gekommen?
Fr. Trost: Es hat mich schon immer interessiert mit Leuten in Interaktion zu treten. In meiner Familie waren alle in anderen Berufen und eigentlich sollte ich, wie meine Mutter, die Laufbahn der Verkäuferin einschlagen, aber eine Großtante hat mich dann gefragt, ob ich nicht in dieser Richtung etwas machen möchte. So habe ich mich für die Ausbildung an der Schule für den physiotherapeutischen Dienst im AKH beworben, die ich dann auch dort abgeschlossen habe.

MITEINANDER: Danach sind Sie gleich in das Berufsleben eingestiegen?
Fr. Trost: Ja, ich habe dann 5 Jahre im Kurzentrum Oberlaa gearbeitet, aber das war sehr weit weg von Döbling und als ich dann gelesen habe, dass hier ein Institut eröffnet wird, habe ich mich sofort auf diese Annonce beworben.

MITEINANDER: Nachdem Sie schon ziemlich lange physiotherapeutisch tätig sind: Hat sich die Arbeitsweise im Laufe der Zeit verändert?
Fr. Trost: Vor mehr als 30 Jahren habe ich diplomiert und da hat sich schon sehr viel geändert seither. Es wird viel mehr Wert gelegt auf aktive Therapie, auf die Erkenntnisse der Wissenschaft, auf moderne Methoden und noch vieles andere.

MITEINANDER: Hat sich das alles im Zuge der Pandemie noch mehr verändert?
Fr. Trost: Man kann sich den Abstand zum Menschen nicht wirklich aussuchen und muss Maske tragen, das macht die Arbeit schon ziemlich beschwerlich – ich bin zwar geimpft, aber die Patienten müssen derzeit nicht unbedingt geimpft sein. Deshalb sind mir die Pausen so wichtig, wo ich lüften und die Maske herunternehmen kann.

MITEINANDER: Sie behandeln auch privat?
Fr. Trost: Genau – ich habe eine Praxis in der Nähe und das ist für mich ein sehr großer Lebensqualitätsgewinn, weil ich alles zu Fuß erledigen kann,

MITEINANDER: Nebenbei sind Sie auch noch in der Pfarre in der KFB (katholische Frauenbewegung) tätig?
Fr. Trost: Im KFB-Team war ich tätig, aber derzeit ist das in der Diözese angesiedelt. Es sind in der Pfarre so viele Aktionen, dass nur einige von der KFB veranstaltet wurden, beispielsweise die gut angenommene Adventwanderung.

MITEINANDER: Sie singen auch noch im Chor?
Fr. Trost: In einem Chor selbst nicht, aber in einer Gruppe, welche die Gottesdienste gesanglich begleitet.

MITEINANDER: Und so „nebenbei“ haben Sie noch zwei fast erwachsene Kinder….
Fr. Trost: Gottseidank konnte ich Arbeit und Privatleben mit Hilfe meiner Mama immer gut vereinbaren, sodass ich für meine Familie ganz nah da sein konnte.

MITEINANDER: Die jungen Damen wohnen noch zu Hause?
Fr. Trost: Ja, wir renovieren gerade die Nachbarwohnung. So können sie einen Stock tiefer, also auch in der Nähe, bleiben.

MITEINANDER: Wenn Sie neben all diesen Tätigkeiten noch Freizeit haben – was machen Sie dann?
Fr. Trost: Ich lese gern, wir gehen „Nordic walken“ und wir haben einen Schrebergarten in Klosterneuburg und in diesem bin ich sehr gern, pflanze einiges an und fühle mich dort wie im Urlaub.

MITEINANDER: Abschließend habe ich noch eine Frage: Wie haben Sie die Weihnachtszeit verbracht?
Fr. Trost: Größtenteils renovierend – nur durch die Gottesdienstbesuche unterbrochen.

MITEINANDER: Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

Umbau WILLKOMMENSORT KRIM

Im Rahmen des Umbaus zum WILLKOMMENSORT in der Krim drei wichtige Informationen:

  • Führung durchs „neue“ Pfarrheim: jeweils am Sonntag, 13.2., 20.2., 27.2. nach der 9.30 Messe!

derzeit max. 25 Personen erlaubt, bitte anmelden unter: umbau@franzvonsales.at bzw. unter 01 368 45 87

  • Mithilfe gesucht: Ausräumen, Umräumen, Neues schaffen, wir bauen gemeinsam!!

Es sind einige Arbeitseinsätze im Februar, März und April geplant.

Bitte unter umbau@franzvonsales.at melden!

  • Alles muss raus!

Diverse Möbel, Praktisches, Zeitloses, diverse Schnäppchen aus dem Pfarrheim müssen bis Ende März raus!

Besichtigung bei den Rundgängen.

Fragen und Angebote unter: umbau@franzvonsales.at

Liebe Grüße

Henna

Sänger*innen / Musiker*innen für Musical „Die Baronin“ gesucht

Das Musical „Die Baronin“ erzählt die Geschichte der Heiligen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal. Anlässlich des Jubiläumsjahres 2022 plant die Pfarre Franz von Sales die Aufführung dieses Musicals. Alle, die als Sängerinnen oder Sänger, Musikerinnen oder Musiker mitmachen wollen, sind eingeladen, sich bis 28. Februar 2022 via Email zu bewerben: diebaroninmusical@franzvonsales.at . Castings finden am 12. und 13. März 2022 in der Kirche in Glanzing statt.

Willkommensort Krim – Pfarre Franz von Sales

Zukunft bauen – Willkommensort Krim der Pfarre Franz von Sales.
Ein Video von Agnes Rehor, www.filmtextschnitt.at.
Mit Aufnahmen von Mitgliedern der Pfarre Franz von Sales, Teilgemeinde Krim, Wien.

Franz von Sales Fest 2022 – Gemeinsames Pfarrfest

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation haben wir uns entschlossen, das „Gemeinsame Pfarrfest“ am Sonntag, 23. Jänner 2022 anlässlich unseres Pfarrpatrons Franz von Sales aufgeteilt in den Kirchen der drei Teilgemeinden Glanzing, Kaasgraben und Krim zu feiern:

9.30 Uhr: Festmesse in der Krim Kirche. Hauptzelebrant und Festprediger ist Pfarrer Pater Thomas Mühlberger OSFS.

10.00 Uhr: Festmesse in der Glanzinger Kirche. Hauptzelebrant und Festprediger ist Provinzial Pater Josef Költringer OSFS. Das Thema ist „(Geistliche) Freundschaft“. Musikalisch gestaltet wird die Eucharistiefeier von der Rhythmusgruppe.

11.00 Uhr: Festmesse in der Kaasgraben Kirche. Hauptzelebrant und Festprediger ist Pater Herbert Winklehner OSFS.

Heiliger Abend – 24. 12. 2021 – in der Pfarre Franz von Sales

Aufgrund der derzeit gültigen Corona-Regelungen, welche auch eingeschränkte Platzkapazitäten zur Folge hat, bitten wir um Anmeldung.

Teilgemeinde KRIM

10.00 Uhr Kasperltheater 2G+
12.00 Uhr „Bete, lächle, denke an mich…! Gebetsstunde mit Menschen, die Abschied nehmen mussten
15.00 Uhr Kinderweihnacht mit Krippenspiel im Krimpark 2G+
22.00 Uhr Christmette
24.00 Uhr Christmette

Platzreservierung: krim2412@franzvonsales.at

Teilgemeinde KAASGRABEN

15.00 – 17 00 Uhr Kommt zur Krippe! Die Weihnachtsgeschichte in kreativen Schritten erleben (Anmeldung nicht erforderlich)
22.00 Uhr Christmette in der Kirche

Platzreservierung: kaasgraben2412@franzvonsales.at

Teilgemeinde GLANZING

16.00 Uhr Kinderweihnacht hinter der Kirche
23.00 Uhr Christmette in der Kirche

Platzreservierung: glanzing2412@franzvonsales.at

Adventkalender „Sternstunden“

Auch in diesem Jahr stellt das Pfarrnetzwerk Asyl einen Adventkalender zum Thema „Sternstunden“ zur Verfügungen. Darin enthalten sind auch Beiträge aus der Pfarre Franz von Sales.

Video zur Glanzinger Kirche 50 Jahre plus 1

Ein Beitrag zum 50-jährigen Jubiläum der Einweihung der Glanzinger Kirche (1970-2020): Kinder, Frauen und Männer der Teilgemeinde Glanzing von der Pfarre Franz von Sales erzählen, was sie mit Glanzing verbindet.

Jugend-Ski-WE 2022

Nachdem es letztes Jahr wegen Corona kein Jugend-Ski-Wochende gab sind wir endlich wieder zurück auf der Piste! Auch dieses Jahr geht es wieder in das wundschöne Skigebiet Hinterstoder. Also montier‘ ma die Schi auf unsre‘ Autos, weil wir wü‘ Schifoan!

Überweisung der Kosten an:

Claudia Meduna

AT18 2011 1838 1771 7300

Anmeldung:

Die Anmeldung ist leider schon vorbei.

Für Fragen aller Art stehen wir gerne zur Verfügung:

Daniel Meler

Telefonnummer: 0676 365 54 50
E-Mail: daniel.meler@gmx.at

Erntedank in der Krim – 03.10.2021

Erntedank in der Krim – im Park vor der Kirche mit „3G-Regel“ und bei kühlem Wetter, das sich am späten Vormittag erwärmte. Nach der Hl. Messe erhielt das Jugendleitungsteam die Osterkerze des vergangenen Jahres in Würdigung seines Engagements in diesen schwierigen Pandemiezeiten. Gefeiert wurde sodann mit Speis‘ und Trank bei live-Musik.
„Altpfarrer“ P.Georg wirkte am Raclette-Grill, das „Franz von Sales Bier“ kam aus der ehemaligen Pfarre (und jetzigen Gemeinde) Franz von Sales im 10. Bezirk. Kürbiscremesuppe, Würstel, Sturm und Uhudler durften auch nicht fehlen !
Auch das von einem Pfarrmitglied in über 300 Arbeitsstunden erstellte, ausgefeilte LEGO®-Modell unserer Pfarrkirche konnte bestaunt werden und wurde in allen Details erklärt.
Text und Bilder: G.Ernstbrunner

Resümee 2017-2022

Im März 2022 finden die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen statt. Pfarrgemeinderat, Gemeindeausschüsse, Vermögensverwaltungsrat und die einzelnen Fachausschüsse zogen jeweils ein Resümee über ihre Tätigkeit seit 2017. Diese sind hier nachzulesen:

Neueröffnung von Pfarrheim und Kindergarten in Glanzing

Sonntag, 17. Oktober 2021, 10.00 Uhr

Festmesse mit Segnung der Räume

Musikalische Gestaltung: Choriander und Rhythmusgruppe unter der Leitung von Alexander Stimmer

Anschl. Agape

Im Kaasgraben getauft

Am Sonntag, 19. September 2021, waren alle Kinder eingeladen, die im Kaasgraben getauft wurden. Im Rahmen der Messe fand ein Taufgedächtnis und Segnung der Kinder statt. Die Eltern schickten Fotos von den Taufen, die gezeigt wurden.

Fotos: Sabine Neumann

Wem sollten wir glauben, wenn nicht dir!

Elisabeth Wolfslehner, Passtoralassistentin der Pfarre Franz von Sales, leitete am Sonntag, 22. August 2021, die Wortgottesfeier in der Krim-Kirche. Hier sind ihre Gedanken zum Evangelium, 21. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B: Johannes 6,60-69:

Wir haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Gesprächsabschnitte von Jesus in Kafarnaum gehört. Es wurde deutlich, dass auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu, also jene Menschen, die ihn hautnah erlebt haben, die seine Heilungen und sein ganzes Wirken, seine einzigartige Gottesbeziehung mitverfolgt haben, Schwierigkeiten hatten. Sie taten sich schwer, ihm zu glauben und ihm sein Vertrauen zu schenken. Mehrmals können wir hören, dass sie murrten und heute sogar, dass sie Anstoß nahmen.

Die Gesprächssituation spitzt sich also zu. Viele Jüngerinnen und Jünger können die Worte Jesu nicht verstehen, können seine Behauptungen wie zum Beispiel „Ich bin das Brot des Lebens“ oder „Mein Fleisch ist wahre Speise und mein Blut ist wahrer Trank“ nicht nachvollziehen. Für manche sind diese Worte hart, unangenehm oder sogar unerträglich. Sie nehmen Anstoß an diesen Worten und wenden sich ab. Man könnte auch sagen, sie haben ihn verlassen – vermutlich kopfschüttelnd, enttäuscht, wütend, irritiert oder alles zusammen.

Jesus bemüht sich, den Jüngerinnen und Jüngern zu erklären, dass sie nur in Beziehung zu ihm am ewigen Leben teilhaben können. Er deutet seine künftige Auferstehung an und seine Rückkehr zum Vater.

Es sind nicht nur ein paar, die sich zurückziehen, sondern es sind viele. Viele, die ihn nicht verstehen können oder es nicht wollen – ich kann mir vorstellen, es ist hitzig zu gegangen, es wurde heftig debattiert, gestritten, die unterschiedlichen Lager kamen sich in die Haare.

An Jesus und seinen Worten scheiden sich die Geister. Damals wie heute. Jesus zwingt niemanden, bei ihm zu bleiben und seinen Worten Glauben zu schenken. Er gibt sich alle Mühe sich zu erklären, aber er hält niemanden auf, auch die nicht, die ihn murrend verlassen. Auch seinem engsten Kreis, seinen Freunden lässt er die freie Wahl und sagt „Wollt auch ihr weggehen?“

Auch wir sind heute gefragt, ob wir bei Jesus bleiben wollen oder ob wir auch weggehen wollen. Jesus bemüht sich um uns, aber er zwingt uns zu nichts.

Ich bin zum Dienst in der Kirche gesendet, man könnte meinen, die Frage, ob ich bei Jesus bleiben will, sei damit ein für alle Male beantwortet, aber auch mich fragt er: „Willst du bei mir bleiben oder auch weggehen?“ Er stellt diese Frage also jedem und jeder von uns und nicht nur heute, sondern jeden einzelnen Tag.

Wir leben in einer Zeit der Kirchenaustritte, dem Rückgang an Mitfeiernden bei den Gottesdiensten, einer geringer werdenden Zahl an geistlichen Berufungen, weniger Eintritte in die Ordensgemeinschaften und der „Priestermangel“ ist in aller Munde. Unbehagen und Kritik an kirchlichen Strukturen werden mitunter lautstark debattiert. Seit den murrenden Jüngerinnen und Jüngern –  also von Beginn an – haben wir Christinnen und Christen mit Kritik zu rechnen.

Heute leben wir in einer Umgebung, wo viele sagen, was die Kirche von sich gibt und was sie tut ist unerträglich. Wer kann das noch anhören? Wer will das noch anhören?

Immer mehr Menschen haben dem Christentum den Rücken zugewandt und wer sich als Christ, als Christin bekennt, wer ein Zeugnis ablegt und sagt: Ja, ich glaube den Worten Jesu, ich folge ihm nach hat damit zu rechnen, verspottet und ausgelacht zu werden. Manche werden auch als naiv oder wunderlich angesehen und wenig ernst genommen. Bei uns ist ein solches Bekenntnis nicht lebensbedrohlich – es führt aber nicht selten zu langwierigen und aufreibenden Diskussionen, die viel Kraft rauben. In nicht wenigen Ländern dieser Erde ist die Nachfolge Jesu gar lebensbedrohlich, ein Umstand, der immer wieder vergessen wird.

Dass ich mich als Frau aus freien Stücken entschlossen habe in der katholischen Kirche zu arbeiten wird. von vielen belächelt, als nahezu verrückt abgestempelt oder deutlich und offen kritisiert. Mir war offen gesagt gar nicht bewusst, was das bei anderen auslöst und es braucht wohl die richtige Mischung an Mut zum Bekenntnis und auch Selbstschutz, die Fähigkeit, auf sich selbst Acht zu geben.

Petrus ermutigt uns mit seiner eindeutigen Antwort und Entscheidung: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens…“ Man könnte auch sagen: „Wem sollten wir glauben, wenn nicht Dir? Mit wem sollten wir gehen, wenn nicht mit Dir? Wohin sollten wir gehen, wenn nicht zu Dir?“

Petrus hat erkannt, dass Jesus der Zugang zu Gott und zum ewigen Leben ist.

Franz Kafka hat einmal gesagt: „Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen zu etwas Unzerstörbarem in sich.“

Dieses Unzerstörbare, das Unvergängliche erschließt sich uns Christinnen und Christen, öffnet sich für uns durch Jesus selbst.

Ich wünsche uns allen den Mut und die Zuversicht, innerlich frei „Ja!“ zu Jesus zu sagen. Mut und Zuversicht, bei ihm zu bleiben trotz mancher Zweifel und Widerstände – heute und jeden Tag aufs Neue. Amen.

Elisabeth Wolfslehner, Pastoralassistentin der Pfarre Franz von Sales

Einladung zur Ökumenischen Pfingsttagung

am Dienstag, 1. Juni 2021, 19.00 Uhr, in der KRIM-Kirche

Superintendent Dr. Matthias Geist Evangelische Kirche A.B. spricht zum Thema „In einer säkularisierten Welt über Religion reden – wie?“

Weitere Informationen finden Sie hier:

Video zur Osternacht 2021

Pater Sebastian Leitner OSFS singt im Video das „Lumen Christi“ und das „Exultet“ – Symbol der Hoffnung und der Freude.

positiv : : negativ

Kreuzwegmeditation von Radoslaw Celewicz

positiv :: negativ

Kunst hinterm Vorhang in der Kaasgrabenkirche seit 21. Februar 2021 mit Werken des Fotografen und Künslers Radoslaw Celewicz.

Gespräch mit Radoslaw Celewicz

Die Ausstellung trägt den Titel: „positiv“ :: „negativ“ – Was ist damit gemeint?

Celewicz: Ich habe dieses Wortpaar gewählt, weil es zeigt, dass ein Wort, oder eine Sache ihre Bedeutung ändern kann: Seit gut einem Jahr – also im Kontext der Corona-Pandemie – haben diese beiden Wörter eine neue Bedeutung bekommen, die uns bisher so nicht bekannt war.

Ein „positiver“ Test ist etwas „Negatives“. Ein „negativer“ Test ist etwas „Positives“.

Ich persönlich erlebe das im Bereich der Altenpflege in dem ich arbeite.

Jede Woche werden alle Mitarbeiter 2-3-mal getestet.

Ein negativer Test – bringt Erleichterung und macht Kontakte und Arbeit möglich.

Ein positiver Test – bringt Angst und löst eine ganze Kette von weiteren Maßnahmen aus: Krankenstand, Überprüfung aller Kontaktpersonen, weitere Testungen, Quarantäne…

Ich war bis jetzt immer negativ und erlebe das sehr positiv …

Diese Ambivalenz sehe ich als eine gedankliche Brücke zum Inhalt der Ausstellung – dem Kreuzweg und seiner sowohl positiven als auch negativen Bedeutung.

Der Gedanke, dass der Kreuzweg etwas Negatives und Positives sein kann ist ungewöhnlich. Wie kann man das verstehen?

Celewicz:

• Der Kreuzweg ist in erster Linie etwas Grausames, Leidvolles und damit absolut Negatives.

Er gehört zu den Erfahrungen des Leidens. Wenn wir dem Leiden ausgeliefert sind, dann wollen wir, dass es aufhört. Und wenn wir etwas Grausames erleben, dann wird Vieles infrage gestellt. Wir sagen dann: Wie kann Gott so etwas zulassen!!! Wo ist Er? Warum hilft Er mir nicht, wo ich Ihn am meisten brauche?

Jesus erlitt diese Negativität Schritt für Schritt, Station für Station.

• Zugleich singen wir in der Fastenzeit seltsame Worte: „Heil‘ges Kreuz, sei hoch verehret“.

Stellen Sie sich vor – wir würden singen: Heil‘ger Galgen, Heil‘ges Schafott, Heiliger elektrischer Stuhl singen… Wie absurd würde das klingen!

Dieser Vers – „Heil‘ges Kreuz“ bezeugt eine ungeheuerliche Wende: Der Fluch wurde zum Segen. Das absolut Negative hat sich zum Positiven gewandelt – so etwas kann nur ein Wunder sein – deswegen habe ich, wie es manche neueren Kreuzwegdarstellungen machen – dieses Wunder hinzugefügt. Es ist die Station der Auferstehung.

Sie haben den Kreuzweg sehr reduziert gestaltet – können Sie dazu etwas sagen? 

Celewicz: Ja. Dahinter ist die Intuition, dass das Wesentliche unserer Erfahrungen gleichbleibend ist – gleich, ob es sich zur Zeit Jesu oder in unserer Zeit ereignet.

Objektiv gesehen haben ganz wenige Menschen, die zur Zeit Jesu auf der Erde lebten, einen persönlichen Kontakt mit Ihm gehabt. Und eigentlich waren es ganz wenige, die etwas von seinem Geheimnis erahnt oder erkannt haben – das zog sich von Anfang an (Joh 1 – Das Licht kam in die Welt, aber die Welt erkannte Ihn nicht) bis zu seiner Kreuzigung, bei der einer der Mitgekreuzigten etwas verstanden hat und der andere scheinbar nicht…

Bei Jesu Kreuzweg haben nur wenige Menschen mitgelitten.

Es gab solche, die das Leid vergrößert haben, solche, die nur schaulustig waren, und solche, die es gar nicht mitbekommen haben…

Ganz ähnlich ist es auch heute in dem, was wir als Menschen erleben – und ob wir einender erkennen oder verkennen.

Und heute das ist nicht nur die Frage der Hektik, der Intelligenz oder der Herkunft, sondern vor allem die Frage der Art, wie wir durch die Welt gehen, also das, was früher als „Herzensbildung“ beschrieben wurde.

Die weiße Fläche der Bilder steht für diese Möglichkeit der Erfahrung.

In diesem Sinne können die reduzierten Bilder eine Einladung sein, die Kreuzwegstationen zu besuchen, zu betrachten und schauen, on und wo ich ein Gespür für Jesu Erleben an dieser Stelle bekomme…

Sie sind eine leise Andeutung und es hängt von den Betrachtenden ab, welche Bedeutung sie dem Gesehenem geben…

Können Sie auch etwas zu den anderen Arbeiten sagen?

Celewicz: Das Triptychon der Kreuzigung (in der Donauschwabenkapelle) und die Christus-Ikone (vor dem Tabernakel) sind von der Idee her ebenso Andeutungen.

• Das Triptychon ist eine Darstellung der Kreuzigungs-Szene. Ich wollte dabei keine direkte Darstellung des Leidens zeigen. Ich wollte dem nachgehen, was trotz des Leidens möglich war… Und ich glaube, da hat sich äußerst Intimes ereignet:

Eine Art Öffnung füreinander, eine tiefe Berührung, ein Teilen und Mitteilen der Nähe, die zum höchsten Erstaunen oder aber auch zum Erschrecken führen kann… Auf jeden Fall ein Geheimnis…

• Und die Christus-Ikone nenne ich persönlich „Präsenz“.

Hintergrund ist die Anspielung an die Aussage: Ein wahrer Gott und ein wahrer Mensch – Konzil von Chalzedon (451 n. Chr.)

Vom Typus her ist es eine Anknüpfung an die Tradition der Ikonen. Es ist ein Versuch der Auseinandersetzung mit dem Typus der byzantinischen Christusdarstellung als Pantokreator.

Dahinter ist die Intuition, dass Jesus eine ganz konkrete menschliche Gestalt hatte.

So wie jede und jeder von uns eine eigene Erscheinung hat, die – ohne unser Zutun – auf manche sympathisch auf andere vielleicht egal oder sogar unsympathisch wirkt.

Ich denke mir dazu – in Jesu Menschsein hat man also nicht automatisch sein Gott-Sein gesehen. (vgl. „Für wen halten mich die Menschen?“ | Mk 8,27ff)

Es gab also eine gewisse Unschärfe – für ein gläubiges Erkennen und Sehen…

Diese Unschärfe wohnt der Darstellung Jesu inne, der in einen grünen Mantel gehüllt ist (Symbol für den heiligen Geist) und als Buch ein offenes Herz zeigt, in dem man lesen kann…

Herzlichen Dank für das Teilen Ihrer Gedanken mit uns… Noch ein kurzes Wort zur Gesamten Ausstellung:

Celewicz: Alle Bilder dieser Ausstellung wurden mit der Technik der Appografie angefertigt.

Appografie ist eine moderne Technik – die mit Smartphone und iPad arbeitet.

Das bedeutet – ein Smartphone und ein iPad bieten viele Apps, die es möglich machen graphisch zu arbeiten und natürlich die Bilder auch zu drucken. Die Bilder dieser Ausstellung sind auf einem museumsechten Kunstdruckpapier gedruckt. Die Bilder sind auch zu erwerben.